So werden Sie zum Weinkenner
Zum Wohlsein, Deutschland!
So werden Sie zum Weinkenner Foto: Sopexa
Ein Glas Wein beim Geschäftsessen, der Schoppen in gemütlicher Runde unter Freunden – da wird der Rebensaft schon mal schnell selbst zum Gesprächsstoff. Wer es bisher nicht wagte mitzureden, kann hier das wichtigste Wissen rund um den deutschen Wein nachlesen.
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Zum Basiswissen eines Weinfreundes zählt ein Überblick über die drei Qualitätsstufen des deutschen Weins: Tafelwein, Landwein und Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete, die eventuell mit Prädikaten wie Kabinett, Spätlese oder Auslese versehen sind. In Deutschland gibt es 13 Anbaugebiete, die unter anderem die wichtigsten Rebsorten Riesling und Müller-Thurgau hergeben. Die bedeutendsten roten Reben heißen Spätburgunder, Dornfelder und Portugieser.
Den Kombinationen von Wein und Speisen sind heutzutage kaum mehr Grenzen gesetzt. Ausnahmen: Spargel oder Hühnerfrikassee passen nicht zu Rotwein, Wild nicht zu Weißwein.
Einen Wein am Restauranttisch prüfen? Das kann (und darf) jeder: Zuerst sollte der Gast ganz ruhig am Glas schnuppern. Der Wein darf nicht nach Korken riechen. Dann nippt der Prüfer am Glas, behält erst den Wein im Mund bevor er schluckt. Der Wein sollte keinen kratzigen oder muffigen Nachgeschmack hinterlassen.
Auch im Restaurant gibt's schon mal einen schlechten Wein. Zurückgeben ist erlaubt, wenn ein eindeutiges Fehlaroma wie Korkton oder Essigstich vorliegt, die Temperatur nicht stimmt oder der Korken schimmelig ist. Außerdem sollte der Korken von unten nass sein, da dies auf eine liegende Lagerung der Flasche hinweist. Schnuppern am Korken verrät manchmal schon vor dem Schmecken ein mögliches Fehlaroma.
Auch gut zu wissen: In Maßen genossen, was etwa einem Viertelliter pro Tag entspricht, schützt Rotwein vor Herzerkrankungen. Übrigens sind nicht nur rote Reben gut fürs Herz-Kreislauf-System, sondern auch bestimmte Verbindungen im Weißwein.
Ein Weinfreund, der über das Basiswissen hinaus gekommen ist, kennt neben den gesetzlichen Qualitätsstufen auch neue Typenbezeichnungen wie etwa Selection oder Classic. Die größten deutschen Anbaugebiete liegen in Rheinhessen (Sorten: Müller-Thurgau, Silvaner, Dornfelder, Riesling, Kerner, Bacchus) und der Pfalz (Riesling, Müller-Thurgau, Dornfelder, Portugieser, Kerner). Auf dem Flaschenetikett sollte neben Qualitätsstufe und Anbaugebiet auch Alkoholgehalt, Flaschenmenge und Abfüller stehen.
Zu scharfem Essen passt ein aromatisch-fruchtiger Wein wie Riesling oder Gewürztraminer, zu scharf angebratenem Fleisch ein kräftiger Rotwein. Das Dessert lässt sich mit einem edelsüßen Tropfen wie Eiswein oder Beerenauslese verfeinern.
„Großes Gewächs, erstes Gewächs, erste Lage“ – wichtige Stichwörter für den wahren Weinkenner. Sie stehen für regionaltypische trockene Spitzenweine. Das Prädikat „Deutsches Güteband Wein“ verweist auf umweltschonenden Anbau der Trauben. In Deutschland kommt zudem fast jeder dritte Wein von einer Winzergenossenschaft. Diese Gruppe kann sich besonders gut auf neue Trends wie Weißburgunder und Chardonnay bei den weißen Reben und Dornfelder, Regent, Saint Laurent sowie Domina bei den roten Trauben einstellen.
Die Angabe der Rebsorte auf dem Etikett ist freiwillig. Die genannte Sorte muss nur zu 85 Prozent im Wein enthalten sein. Steht auf dem Label ein Jahrgang, müssen auch hier 85 Prozent aus dem genannten Jahr stammen.
Wer weiß wie, kann mit der Wahl des Getränks auch die geschmackliche Wirkung eines Essens beeinflussen: Alkoholreiche Tropfen etwa verstärken den Eindruck der Süße oder der Gewürze und fördern die Bekömmlichkeit stark fetthaltiger Speisen. Ein süßer Rebensaft mildert den bitteren Geschmackseindruck einiger Speisen.
Tipp: Bei stark kohlensäurehaltigen Weinen ist zu bedenken, dass diese zum Essen oft süßer schmecken, als sie tatsächlich sind. Einem echten Kenner verrät bei Tisch der mit präsentierte Korken, ob der Wein auch tatsächlich vom angegebenen Produzenten stammt. Zum Schluss noch eine Ergänzung zum Gesundheitsaspekt: Es ist nicht nur der Wein, sondern der gesamte Lebensstil, dem Weintrinker ein längeres Leben verdanken. Weintrinker essen nämlich auch gesünder als Bier- oder Whisky-Trinker.
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