Klebstoff
![]() | Adhäsion |
Adhäsion ist die natürliche Anziehungskraft zwischen zwei Materialien. Klebstoff sorgt dafür, dass die mikroskopisch rauen Oberflächen der Materialien ausgeglichen werden und verstärkt so die Haftung.
![]() | Chemisch reagierende Klebstoffe |
Chemisch reagierende Klebstoffe werden unter dem Begriff Reaktionsklebstoffe zusammengefasst. Das bedeutet, dass der Klebstoff erst noch reagieren muss, um seine Klebwirkung zu entwickeln.
Diese chemische Reaktion muss allerdings bis zur Verarbeitung unterbunden werden - da der Klebstoff sonst seine Wirkung verlieren würde. Daher werden entweder die reagierenden Komponenten - Binder und Härter - getrennt (Zweikomponenten-Klebstoffe) oder es wird sichergestellt, dass die Reaktion nur unter ganz speziellen Bedingungen eintritt, die im Aufbewahrungsgefäß nicht vorliegen (Einkomponenten-Klebstoffe).
![]() | Einkomponentenklebstoffe |
Einkomponentenklebstoffe sind Klebstoffe, die entweder mit Hilfe der Luftfeuchtigkeit (aerob) oder unter Luftausschluss (anaerob) härten.
Der Klebstoff härtet also durch Veränderung der Umgebungsbedingungen aus. Dies kann beispielsweise durch Temperaturerhöhung, Zutritt von Luftfeuchtigkeit, Ausschluss von Luftsauerstoff oder Kontakt mit der Substratoberfläche geschehen.
Die Cyanacrylate - so genannte Sekundenkleber - sind wohl die bekanntesten Einkomponentenklebstoffe. Die sehr schnell reagierenden Klebstoffe benötigen zum Aushärten Luftfeuchtigkeit, wobei die natürlich vorhandene Feuchtigkeit auf den Fügeteilen bereits ausreicht.
![]() | Haftklebstoffe |
Haftklebstoffe liegen zwar bei ihrer Verwendung schon im Endzustand vor, gehören aber dennoch nicht zu den physikalisch abbindenden Klebstoffen. Die Besonderheit liegt darin, dass Haftklebstoffe ihren chemischen Zustand nicht verändern - also weder aushärten noch abbinden. Innerhalb der Anwendungstemperatur verfügen sie über eine permanente Oberflächenklebrigkeit. Diese Klebrigkeit ermöglicht die Verklebungen durch leichten Anpressdruck, ohne Zuführen von Energie sowie z. T. mehrmaliges Verkleben.
Nach der Anwendungsart kann man folgende Produkttypen unterscheiden: Wiederverklebbare Produkte (geringe Klebkraft), lösbare Produkte (mittlere bis hohe Klebkraft), permanent klebende Produkte.
![]() | Holzleim |
Wenn Holz sicher und stark zusammenhalten soll, ist Holzleim gefragt: Vom neuen Regal bis hin zum eleganten Parkettboden, aber auch zum Basteln, Reparieren oder Restaurieren von Möbeln und Co. sind die starken Holz-Spezialisten, z. B. von Ponal die beste Wahl.
![]() | Kontaktklebstoffe |
Kontaktklebstoffe bestehen aus löslichen Elastomeren und Harzen. Zur Verarbeitung werden beide Fügeteile mit Klebstoff bestrichen. Anschließend lässt man das Lösungsmittel fast vollständig verdampfen (Ablüftzeit), dann werden die Fügeteile mit einem kurzen, hohen Anpressdruck zusammengefügt. Es tritt eine Soforthaftung ein, die eine schnelle Weiterbearbeitung/Nutzung des Werkstückes erlaubt, z. B. beim Fahrradflicken.
![]() | Montagekleber |
Nach dem Motto "Kleben wie geschraubt" bieten Montage-Kleber zuverlässigen Halt und sind ideal zum Anbringen von Türschildern, Dekoelementen und Co. - die starken Klebstoffe ersetzen immer öfter klassischen mechanischen Befestigungen.
![]() | Nassklebstoffe |
Nassklebstoffe werden üblicherweise nur auf ein Fügeteil aufgetragen. Die Fügeteile werden sofort geklebt. Eine Haftung tritt erst ein, wenn das Lösungsmittel oder Wasser (als Trägersubstanz) verdunstet ist. Poröse Materialien (z. B. Papier, Pappe, Holz) begünstigen die Trocknung. Beispiele: Tapetenkleister oder Briefmarkenleim.
![]() | Physikalisch abbindende Klebstoffe |
Physikalisch abbindende Bauklebstoffe liegen bei ihrer Verwendung schon im Endzustand vor. Sie enthalten als Trägermedium Wasser oder Lösemittel und härten durch Verdunsten des Lösemittels bzw. Wassers aus.
![]() | Powerkleber |
Besonders harte Klebefälle schaffen so genannte Powerkleber. Sie sind universell für die Verklebungen von fast allen Materialien einsetzbar und kleben besonders fest und zuverlässig. Ob die gebrochene Blinklichtverkleidung oder das zu groß geratene Bohrloch, Powerkleber - ob flüssig oder als Knete - sind Experten für schwierige Klebefälle.
![]() | Schmelzklebstoffe |
Schmelzklebstoffe sind frei von Lösungsmitteln. Es sind keine Dosier- oder Mischvorgänge zu beachten. Der Schmelzklebstoff kann als Pulver, Granulat, Stift, Netz oder Folie durch Temperatureinwirkung in der Klebefuge aufgeschmolzen werden. Die so genannten "Hotmelts" sind bei Raumtemperatur fest und werden durch Aufschmelzen verarbeitbar. Die heiße Klebstoffschmelze wird auf das zu verklebende Teil aufgebracht und sofort mit dem zweiten Teil zusammengefügt. Unmittelbar nach dem Abkühlen und Erstarren des Klebstoffs ist die Verbindung fest und funktionsfähig. Der Klebstoff verhält sich reversibel, das heißt bei Temperaturerhöhung wird er wieder weich und besitzt daher nur eine eingeschränkte Wärmebeständigkeit.
![]() | Sekundenkleber |
Die Basis für Sekundenkleber bilden Cyanacrylat-Bausteine. Die Einzelbausteine, Monomere, sind hochreaktive Moleküle, die in der Klebstofftube oder -flasche nur von speziellen Stabilisatoren abgehalten werden, miteinander zum fertigen Klebstoff zu reagieren.
Um diese Reaktion, genannt Polymerisation, blitzschnell zu starten, reichen feinste Spuren von Feuchtigkeit aus. Erst auf diese Weise kann der Klebstoff in Sekundenschnelle Materialien fest zusammenfügen.
Trotz ihrer Vielseitigkeit haben herkömmliche Sekundenkleber einige Grenzen: Bei zu viel Feuchtigkeit löst sich die Klebeverbindung wieder; sie sind zudem eher spröde und brechen leicht bei schlagartiger Belastung. Deshalb eignen sie sich am besten dafür, starre Kleinteile zusammenzufügen. Inzwischen sind die Klebstoff-Forscher weiter: Spezielle flexible Sekundenkleber sind dank Mikro-Gummipartikeln ideal für bruchsichere Verklebungen - sogar von flexiblen Materialien. Beispiel: Pattex Sekundenalleskleber Ultra Gel.
![]() | Sekundenkleber richtig anwenden |
Zur Verklebung müssen die Fügeteile nicht nur passgenau, sondern auch absolut sauber, fettfrei und trocken sein. Wer sicher gehen will, reinigt vorher z. B. mit Waschbenzin. Den Klebstoff immer nur auf eine Seite der Klebestelle möglichst dünn auftragen. Denn je dünner die Klebstoffschicht, desto schneller die Trocknung. Nach dem Auftrag die beiden Teile sofort zusammenpressen und für 5-60 Sekunden fixieren. Übrigens: Durch Anhauchen kann der Klebevorgang beschleunigt werden.
Wer mit einem Klebstoff mit Dosierspitze gearbeitet hat, sollte die Spitze später trocken abwischen. Sekundenkleber immer trocken und kühl lagern.
![]() | Zwei- oder Mehrkomponentenklebstoffe |
Zwei- oder Mehrkomponentenklebstoffe bestehen aus zwei oder mehreren flüssigen oder pastenförmigen Bestandteilen. Die Komponenten müssen exakt nach dem vorgeschriebenen Verhältnis gut vermischt werden. Sie härten innerhalb einer von der Temperatur abhängigen Zeit aus. Diese Klebstoffe können nur während einer gewissen Verarbeitungszeit - der "Topfzeit" - verarbeitet werden. Bis zum vollständigen Aushärten müssen sie fixiert bzw. gepresst werden.
Mehrkomponentenklebstoffe werden sowohl als Kaltklebstoffe wie auch als Warmklebstoffe angeboten. Viele Industrieverklebungen werden mit Zweikomponentenklebstoffen gemacht, da durch Variation von Binder und Härterkomponenten eine optimale Anpassung an spezielle Klebeprobleme möglich ist.
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