Dichtstoff
![]() | Ablüftezeit |
Die Ablüftezeit gibt die Zeitspanne in Minuten an, nach der ein Dichtstoff nach dem Auftragen eines Haftvermittlers in die Fuge eingebracht werden kann. Die Ablüftezeit eines Haftvermittlers muss unbedingt eingehalten werden, da noch nicht restlos verdunstete Lösemittel zu Haftungsproblemen und/oder Blasenbildung im Dichtstoff führen können.
![]() | Acrylate |
Acrylate sind wasserbasiert und hauptsächlich für den Wandbereich innen und außen geeignet. Sie sind in frischem Zustand wasserlöslich und darum einfach zu handhaben. Der besondere Vorteil liegt darin, dass Acrylate auch auf porösen Untergründen sowie PVC haften und die ausgehärtete Masse überstreichbar ist. Allerdings bieten Acrylate eine geringere Flexibilität als Silikone und sind für Böden, Glas, Keramik sowie die Bereiche mit dauerhaftem Wasserkontakt nicht geeignet.
![]() | Baufeuchte |
Als Baufeuchte bezeichnet man die Feuchte in Mauerwerk und Rohbau eines Neubaus. Baustoffe wie Mörtel, Putz, Estrich, Steine, Beton und die Witterung bringen erhebliche Wassermengen in ein Bauwerk. Ein erhöhter Feuchtigkeitsgehalt kann zu Haftungsproblemen bei Dichtstoffen führen. Ausnahme: feuchte, saugende Untergründe bei Acrylat-Dispersionen.
![]() | Bindemittelabwanderung |
Unter Bindemittelabwanderung versteht man das Abwandern von Bindemittel und/oder sonstigen Bestandteilen (z. B. Weichmacher) in die angrenzenden Baustoffe. Sie führt häufig zu Verfärbungen und/oder Verfettungen der Fugenrandbereiche. Ein Beispiel ist die Verfärbung von Marmor/Naturstein durch Weichmacherwanderung bei Einsatz eines nicht geeigneten Dichtstoffes. Für die Verfugung von Marmor oder anderen Natursteinen bieten Hersteller von Dichtstoffen geeignete Produkte an.
![]() | Fuge |
Die Fuge ist ein beabsichtigter oder toleranzbedingter Raum zwischen Bauteilen. Da in nahezu allen Fugen eine gewisse Bewegung auftritt, muss eine Abdichtung nach dem Stand der Technik mit bewegungsausgleichenden Werkstoffen vorgenommen werden.
![]() | Fugendichtungsmasse |
Eine Fugendichtungsmasse wird in eine Fuge zwischen zwei Bauteilen gespritzt, um diese zu schließen. Die Masse haftet an den dafür geeigneten Flanken und nimmt die auftretenden Dehn-, Stauch- und Scherbewegungen auf. Silikon- und Acrylatdichtstoffe sind die gebräuchlichsten Dichtstoffe.
![]() | Gestreckte Silikone |
Auf dem Markt gibt es Reinsilikone ohne oder nur mit geringen Zusätzen von sog. Extendern (wie z. B. von Ceresit) und stark extendierte Silikone.
Extender sind Mineralöl basierte Produkte, die zum Verschnitt von Silikonen eingesetzt werden. In geringer Menge eingesetzt bewirken sie durchaus Leistungsoptimierungen, so kann man hiermit u.a. das Verarbeitungsverhalten einer Dichtmasse optimieren.
Stärker "gestreckte" Silikone, sind zwar preiswerter, die Leistung der Fugendichtungsmasse jedoch sinkt mit steigendem Extendergehalt. Grund: Das "Mineralöl" wandert mit der Zeit aus der getrockneten Fuge heraus. Je mehr Extender enthalten ist, desto größer ist der Volumenschwund der Dichtungsmasse im Laufe der Zeit. Nach einem Jahr können so 30 bis 50 Prozent der Ursprungsfuge "weggeschrumpft" sein. Bei starkem Volumenschwund kommt es zudem oft zu stark reduzierten Haftungseigenschaften und die Dichtungsmasse verliert ihre abdichtende Wirkung. Hinzu kommt: Die extendierten Silikonmassen schimmeln in der Regel schneller und sind häufig nicht vergilbungssicher.
![]() | Haftvermittler (Primer) |
Haftvermittler (Primer) haben die Aufgabe, die Haftung von Dichtstoffen auf Werkstoffoberflächen zu verbessern. Der einzusetzende Primer richtet sich sowohl nach der Art des Werkstoffes als auch nach dem Dichtstofftyp.
![]() | Hautbildungszeit |
Die Hautbildungszeit ist die Zeitspanne zwischen Ausspritzen und beginnender Hautbildung an der Oberfläche des Dichtstoffes. Sie gilt nur für einkomponentige Dichtstoffe und ist neben der Umgebungstemperatur und der relativen Luftfeuchtigkeit abhängig vom Vernetzungssystem und der Dichtstoffrezeptur. In der Praxis wird die Hautbildungszeit durch vorsichtiges Berühren mit dem Finger bestimmt. Kurze Hautbildungszeiten erschweren das Bearbeiten und Glätten, lange Hautbildungszeiten bergen die Gefahr, dass sich während der Hautbildung Schmutz auf der Oberfläche anlagern kann, der nicht oder nur schwer entfernbar ist.
![]() | Neutrale Silikone |
Neutrale Silikone spalten Alkohol (oder Oxim) ab und sind universell einsetzbar. Sie eignen sich für zementäre Untergründe, Stein, Metalle u. v. m. - außerdem haften sie gut auch auf Kunststoffuntergründen wie z. B. Acryl-Badewannen und -Duschtassen.
![]() | Saure Silikone |
Saure Silikone spalten Essigsäure ab und werden hauptsächlich für den Sanitär- und Nassbereich empfohlen. Sie haften gut auf Glas und glasierten Flächen. Saure Silikone sind nicht für die Anwendung auf alkalisch reagierenden Untergründen (z. B. Beton) geeignet. Produktbeispiel: Ceresit Sanitär-Silikon.
![]() | Silikone |
Fugendichtungsmassen auf Silikon-Basis haben sich seit langer Zeit bei der Abdichtung im Innen- und Außenbereich bewährt. Sie werden besonders häufig bei stark belasteten Fugen im Sanitärbereich und auch bei Glasfugen im Fensterbereich eingesetzt. Sie sind wasserabweisend, hochelastisch und beständig gegenüber Reinigungsmitteln und Chemikalien - jedoch nicht überstreichbar.
Silikon-Dichtmassen unterscheiden sich u. a. durch unterschiedliche Vernetzungssysteme. Generell trennt man saure (Essigsäure abspaltende) und neutrale (Alkohol oder Oxim abspaltende) Silikone, die durch Luftfeuchtigkeit vernetzen und aushärten.
Ausnahme sind hier wasserbasierende Silikondichtmassen (Silicotec) die ähnlich wie Acrylat-Dichtmassen bei der Trocknung aushärten. Die Spaltprodukte werden bei der Aushärtung/Vernetzung freigesetzt und erzeugen den jeweils typischen Geruch, der im Fall der Essigsäure recht intensiv sein kann.
![]() | Spezialsilikone |
Für bestimmte Anwendungsbereiche wie die Küche, wo Anschlüsse zum Spülbecken, zur Wand oder den Küchenmöbeln elastisch versiegelt werden sollen, gibt es spezielle Silikone. Denn in diesem Fall ist eine Silikon-Dichtmasse gefragt, die lebensmittelecht und trinkwasserneutral ist.
Auch die Fugen im Sanitärbereich, etwa zur Abdichtung an Badewannen, Duschen oder Waschbecken sind besonderen Beanspruchungen ausgesetzt. So besteht etwa aufgrund starker Feuchtigkeit und Wärme ein erhöhtes Schimmel-Risiko, das sogar die Gesundheit gefährden kann.
![]() | Wartungsfuge |
Die Wartungsfuge ist eine starken chemischen und/oder physikalischen Einflüssen ausgesetzte Fuge, deren Dichtstoff in regelmäßigen Zeitabständen überprüft und ggf. erneuert werden muss, um Folgeschäden zu vermeiden. Dichtstoffe haben bzgl. ihrer Belastbarkeit Grenzen, die bei starken Belastungen überschritten werden können.
![]() | Wasserbasierte Silikone |
Wasserbasierte Silikone härten aus, indem Wasser aus der Formulierung verdunstet. Sie sind besonders einfach anzuwenden, da sie exzellente Verarbeitungseigenschaften aufweisen und umweltverträglich sind. Die zur Verarbeitung eingesetzten Arbeitsgeräte können mit Wasser gereinigt werden, solange der Dichtstoff noch nicht ausgehärtet ist. Wasserbasiert Silikone haften allerdings vergleichsweise schlecht auf Kunststoffen.
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